Weisser Schäferhund - Zuechter - Welpen - Deckruede

WAHRE (B)ENGEL!!

 (Ein Schadensbericht)
 

Wir sind die „Chefs" (Das sind wir doch ! ...Oder??), von 3 AC Weißen Schäferhunden. Die vernünftige(!?) Laika ist 2 ½ Jahre, Mira 10 ½ Monate und Angel 7 Monate alt. Die drei sind wirklich „wahre Engel". Sie hören aufs Wort, so, als würden sie unsere Sprache wirklich verstehen.

Man darf unsere Engel jedoch niemals alleine lassen...!

Die Worte „Schön lieb sein!", stoßen dann bei Mira und Angel auf taube Ohren. Allerdings lässt es sich nicht immer vermeiden , dass unsere Lieblinge auch mal allein zu Hause bleiben müssen. Diese Zeit wird dann reichlich ausgenutzt, um das ganze Haus von oben bis unten auf den Kopf zu stellen, bzw. „umzugestalten"...

Der Einfallsreichtum unserer Lieben ist kolossal. Alles wird auf Geschmack und Verdaulichkeit hin überprüft. Den Geschmackstest haben unsere uralten Bauernmöbel bestanden. Deshalb findet man auch keine Ornamente und Verzierungen mehr daran, ...und die Füße der wertvollen Stücke waren wahrscheinlich richtige Delikatessen.

Tapeten schmecken scheinbar auch nicht schlecht. Die sind, bzw. waren aber nur noch im Treppenhaus vorhanden. Nur obenrum, wo unsere „Schnubbelnasen" nicht drankommen, hängen noch einige Fetzen rum, was natürlich sehr einladend aussieht - finden unsere samtpfotigen Dekorateure.

Der gesamte Teppichboden in unserem Haus wurde mittlerweile durch Steinfliesen ersetzt. Geschmacksproben des Belags waren nämlich entnommen worden, und dabei wurde festgestellt, was für einen Spaß es macht, wenn sich der Teppich aufribbelt. So fanden wir dann den Teppichboden nicht mehr ordentlich gewebt und flach auf dem Boden liegend, sondern zu riesigen Bergen von Wollfäden aufgetürmt, in der Mitte der Zimmer liegend vor. Eine sofortige Renovierung war in diesem Falle unumgänglich. Zur Freude unseres Freundes Hardy, der diesen Part übernahm. Mal wieder! Denn unsere Mädels sind der Auffassung, dass nicht nur mein nervenstarker Ehemann Theo, sondern auch Freund Hardy dringend geistig und körperlich gefordert werden sollte... Deshalb werden die beiden mit immer schwierigeren Aufgaben konfrontiert. So hatten unsere Knopfaugen auch die Männer, - nach geleisteter „Vorarbeit" versteht sich - "überredet", auch die Tapeten in Wohnzimmer, Esszimmer und Küche zu entfernen und sämtliche Wände in Putz zu legen. Das war eine gute Idee der aktiven Vierbeiner. Bodenfliesen und verputzte Wände befinden sich noch heute in einwandfreiem Zustand!

Unsere Wohnungseinrichtung beschränkt sich verständlicherweise momentan nur auf das Nötigste: Sitzgelegenheiten, Tische und Schränke. Nichts steht herum, keine Blume (alle bereits gekillt), keine Vase, keine Nippsachen (die benutzte man zur Gebisspflege) und keine Tischdecken. Auch in der Küche steht oder liegt nichts, was ein ausgestreckter Hundekörper erreichen könnte. Selbst die Kaffeemaschine ist „hochgebockt".

Jederzeit Zugang haben unsere braven Hundchen auch zu der großen Halle, die sich im Erdgeschoss unseres Wohnhauses befindet. Ein wahres Paradies, um Dummheiten auszuhecken. Dort hat mein gutmütiger Mann bereits zwei große Zwinger errichtet. Oh nein, nicht für die lieben Engelchen! Ein Zwinger dient dem Schutz von 2 Motorrädern und technischen Geräten und gewährt diesen eine hohe Überlebenschance. Im zweiten Zwinger ist die „Notaufnahme" ...für misshandelte und schwer verletzte Bauernschränke... untergebracht.

Ein Anhänger ist jedoch zu groß, um Unterschlupf in einem der Gehege zu finden. Das brach ihm den Hals. Pardon, die Verkabelung. Die wurde bereits mehrmals in mühevoller Kleinarbeit von hinten bis vorne „entsorgt". War bestimmt ein hartes Stück Arbeit unter den Anhänger zu kriechen, um auch die verborgenen Kabelstränge aus den Kanälen rauszupulen. Man hat´s aber geschafft. Tadellos, nein kabellos steht er nun da, und dient nun nur noch dem Zweck, einige Gegenstände zu beherbergen, die für Hundezähne nicht bestimmt sind.

Natürlich dürfen unsere fidelen Drei ohne Aufsicht auch im Hof spielen. Dort hatte unsere Oma liebevoll viele Blumenkübel bepflanzt. Aber der Frieden hielt nicht lange... Die Pflanzen mussten raus, damit man in der Erde Kauknochen u.a. verbuddeln kann. Anschließend wurden die Überreste der niedergemetzelten Blümchen im ganzen Hof verteilt. ...Nachdem nun die Kübel leer da stehen, und keine Angriffsfläche mehr bieten, mussten sich unsere Arbeitstiere nach einer neuen Beschäftigung umsehen. Die wurde schnell gefunden, da unser Hof mit Verbundsteinen gepflastert ist. Diese Steine werden nun immer und immer wieder gewaltsam aus ihrem „Bett" herausgehoben. Wenn genug Steine aus dem Weg geräumt sind, wird gebuddelt und gebuddelt. Es entstehen tiefe Krater im Boden und Erdhügel türmen sich auf. Idealer Ort für solche Verwüstungen ist vorzugsweise der Bereich der Einfahrt, der von der Straße aus gut einsehbar ist. Warum gerade dieser Teil des Grundstückes so zugerichtet wird, wissen nur die Hunde... Liegt es an dem Publikum, diesen fremden Menschen, die stehen bleiben, um dem Schauspiel zuzusehen? Oder wollen die klugen Köpfchen verhindern, dass die „Chefs" mit dem Auto aus dem Hof rollen? Die Schlaglöcher lassen eine freie Fahrt ohne vorherige Sanierung jedenfalls nicht zu.

Absoluter Höhepunkt des Tages war bisher auf jeden Fall die Zeit, in der unser Postbote seinen morgendlichen Rundgang unternahm. Aufmerksam und voller Spannung warteten unsere „Kampfhunde" darauf, dass ein weit aufgerissenes Augenpaar ängstlich um die Ecke schielte. Vorsichtig und gaaanz langsam schlich sich der dazugehörige Körper dicht an der Hauswand entlang. ...Dann plötzlich wurde dieses blau gekleidete Wesen mutig, schmiss im Raketentempo die Post in den Hof - und schwupps war es wieder weg... Stolz waren unsere wachsamen Hundis. Der Briefkasten wurde wieder erfolgreich verteidigt.

Und zum Spielen hatten die Clowns auch wieder was. Das machte echt Laune, die eingesammelte Post so hinzukriegen, als wäre alles durch den Reißwolf gewandert. Versandhauskataloge zeigten sich zwar etwas hartnäckig, aber mit vereinter Kraft gab's da keinerlei Probleme die klitzekleinen Fetzen auf dem gesamten Grundstück zu verstreuen. - Ich fand das Ganze absolut nicht komisch und machte endlich einen Schlussstrich - . ...Mit freudig glänzenden Augen nahm der Briefträger meinen Vorschlag an, unsere Post doch lieber in den Briefkasten der Nachbarin zu stecken. Diese hilfsbereite Frau, die von unseren Hunden geliebt wird, geht bei uns ein und aus. Aber niemand, nicht mal sie, darf unsere Postbox auch nur berühren. Die an uns adressierten Kuverts steckt sie klammheimlich in einem unbeobachteten Augenblick in den Kasten...

Viele von Ihnen werden sich beim Lesen dieses „Schadensberichtes" spontan an den Kopf gefasst haben und denken oder sagen: „Nein sind die verrückt!" Das mag wohl sein. Aber wenn man sich entschließt, einen Welpen, in unserem Fall sogar zwei, ins Haus zu nehmen, dann muss man damit rechnen, dass diese „Kinder" nur Unfug im Kopf haben. - Das haben wir also vorher gewusst! - Ähnliche (allerdings bei weitem nicht so verheerende) Erfahrungen haben wir im Laufe von 13 Jahren mit unseren ersten AC Weißen Schäferhundwelpen auch gemacht.

Jetzt hoffen wir, dass unsere „Halbstarken" ganz schnell erwachsen werden. Vielleicht sind sie auch dann „wahre Engel" (so wie ihre „gereiften" Vorgängerinnen es waren), wenn man sie ab und zu alleine lässt. Mein lieber Theo, das „Allroundtalent" ( Möbel- Restaurator, Tapezierer, Elektriker, Pflasterer...) und natürlich auch der treue Hardy, freuen sich schon jetzt auf diesen Tag, verbunden mit einer Menge Arbeit...

Christine Brohl

(Januar 1999)

 


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Letzte Änderung: 14.08.2018                    IMPRESSUM

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