Weisser Schäferhund - Zuechter - Welpen - Deckruede

Heidi von Ronanke

Heidi von Ronanke - AC Weißer Schäferhund

geboren: 10.05.1984   gestorben: 21.08.1996
(Eltern: "Champion von Kron" und "Krons Rani von Finn")

Heidi - ein "wahrer Engel"!

Seit vielen Jahren leben wir nun mit Weißen Schäferhunden zusammen. Aufmerksam auf diese lieben Geschöpfe wurden wir, ehrlich gesagt, durch ihr faszinierendes Aussehen. Doch wer bereits Bekanntschaft mit dieser besonderen Rasse gemacht hat, kennt die "inneren Werte", die viel mehr Bedeutung haben dürften. Das Äußere wird zur Nebensache.

Ich möchte Ihnen nun von dem Beginn einer anhaltenden Liebe zu diesen einmaligen Geschöpfen erzählen...

An einem bis heute unvergessenen Tag im Mai des Jahres 1986 unternahmen wir einen Ausflug mit dem Motorrad Richtung "Nürburgring". An der Rennstrecke angekommen, fragte ich meinen Mann, ob er unterwegs die herrlichen weißen Hunde auf dem eingezäunten Grundstück gesehen habe. Doch der lachte lauthals los. Grinsend flüsterte er mir zu: "Mein lieber Schatz, das waren S c h a f e . Seine Augen rollten bei diesem Satz leicht genervt nach oben. (Anm.: Er hatte während der Fahrt wirklich eine Schafherde gesehen, die meinem Blick entgangen war.)

Auf der Rückfahrt hielten wir am Ort meiner "Entdeckung" an. Und da standen wir nun: Kreidebleich und voller Bewunderung. Nie zuvor hatten wir Lebewesen von solch anmutiger Schönheit gesehen. Eine freundliche Stimme riss uns aus unserer Trance. Sie gehörte zu Herrn Martin Faustmann, dem Züchter dieser wohl einmaligen Hunderasse. Sofort bombardierten wir den armen Mann mit tausend Fragen. Geduldig beantwortete Herr Faustmann, dem wir überhaupt die Rückkehr des Weißen Schäferhundes in Deutschland zu verdanken haben, sämtliche Fragen.

Unser Traum, einen Welpen in unsere Familie aufzunehmen, schien wie eine Seifenblase zu zerplatzen. Wir erfuhren, dass ein Hundebaby 2000,--DM kosten sollte. Da wir gerade erst in unser neues Haus eingezogen waren, konnten wir als "arme Bauherren" diesen Betrag momentan nicht aufbringen.

Herr Faustmann bemerkte unsere innerliche Not, und bat uns, ihm bitte zu folgen. Unterwegs erzählte er von einer Hündin, für die er ein gutes Zuhause suche. Er öffnete ein großes Tor und vier weiße Riesen stürmten heraus. Einer der Hunde, - und wie das Schicksal so spielt - , ausgerechnet die zuvor erwähnte Hündin, sprang direkt auf uns zu und begrüßte uns wie alte Freunde. Schmusend "klebte" sie an unseren Beinen fest und unsere Blicke sprachen Bände... Auch Herrn Faustmann war diese spontane, beiderseitige Zuneigung nicht entgangen; und da er kein Geschäft mit seiner fast 2 Jahre alten "Heidi" machen wollte, überließ er uns seine schönste und liebste Hündin (in unseren Augen war sie das jedenfalls), zu einem Freundschaftspreis. Zu unserem Glück war unser Traumhund einen Zentimeter zu klein geblieben, und konnte nicht als Zuchthündin eingesetzt werden.

Nach der ersten Nacht in ihrem neuen Heim versetzte uns die gute Heidi erstmal einen Riesenschock. Morgens war sie plötzlich verschwunden. Die Haustür stand sperrangelweit offen und es wurden verschiedene Verdächtigungen ausgesprochen, wer wohl die Türe nicht ordnungsgemäß verschlossen habe. Keiner konnte ahnen, dass es für unseren Liebling ein Leichtes war, jede Türe zu öffnen. Heidi wollte wohl nur die neue Umgebung erkunden. Gott sei Dank fanden wir sie sehr schnell wieder. Auf der Hauptstraße lief sie, ordentlich ganz außen am rechten Fahrbahnrand entlang und freute sich riesig, uns wiederzusehen. Am gleichen Tag wurde vorsichtshalber der Türgriff - nach oben zeigend - umgebaut.

Solch einen Alleingang wiederholte unser Mädchen nie mehr. Man konnte sogar Tür und Tor offen lassen. Heidi blieb immer bei ihren Leuten. Den Kauf einer Leine hätten wir uns sparen können. Unser Liebes blieb auch im dicksten Verkehr (ohne Leine!) dicht an unserer Seite. Am liebsten marschierte sie zwischen meinem Mann und mir. Obwohl sie anfangs eher ängstlich war, verstand sie sich besonders gut mit Kindern und allen Tieren. Von erwachsenen fremden Männern ließ sie sich allerdings nicht anfassen. Heidi wisch in dieser Situation zurück, hatte aber niemals geknurrt oder gar gebissen.

Uns wurde ein "wahrer Engel" anvertraut. Deshalb blieb es uns unverständlich, dass solch ein liebes Wesen, bevor es zu uns kam, schon mehrmals den Besitzer hatte wechseln müssen. Sie wurde immer wieder von Herrn Faustmann zurückgenommen. Zugegebenermaßen litt unsere Heidi anfangs unter Durchfällen. Die landeten auch immer und immer wieder auf unserem neuen Teppichboden. Aber wir wussten auch, dass der arme Schatz Schlimmes durchgemacht hatte. Immer wieder neue "Heime" und Menschen, die nicht mal ahnen, was es heißt, ein wenig Liebe zu geben, um dafür unendlich viel Liebe entgegenzunehmen. War dies auch der Grund dafür, dass sie solch eine Angst vor Männern hatte? Wir wissen es nicht. Unsere Heidi war jedenfalls sehr feinfühlig; sie litt mit uns, wenn wir mal schwermütig waren und freute sich mit uns, wenn wir glücklich waren.

Als wir die kleine Bonny (natürlich eine Weiße Schäferhündin) zu uns nahmen, half Heidi bei der Erziehung des Welpen. Ganz im Gegensatz zu mir, war Heidi dabei sehr konsequent: Ich schaffte es nicht dem kleinen Frechdachs die Sauberkeit beizubringen. Mein Geschrei bei jedem Malheur wurde nur von der Großen wahrgenommen, die der ständigen und vor allem ungewohnten Unruhe im Haus endlich ein Ende setzte... Genervt packte sie den Übeltäter, kniff die Verblüffte fest ins Schnäuzchen und zog den kleinen Wicht anschließend durch die zuvor dahingeplätscherte Pfütze. Bingo! Unsere Jüngste war seit dem Tag stubenrein! Heidi nahm ihre Rolle als "Mutter" sehr ernst und wurde trotz ihrem strengen Handeln auch von ihrem Schützling über alles geliebt. Leider war die zierliche Bonny von Anfang an immer kränklich. Sie starb im letzten Jahr mit knapp 3 1/2 Jahren. Auch sie vermissen wir sehr!

Zu der geläufigen Behauptung, dass alle Weißen Schäferhunde krank seien, muss ich allerdings bemerken, dass unsere Heidi ihr Leben lang kerngesund war. Im Alter von 12 Jahren ist sie friedlich auf ihrem Lieblingsplatz eingeschlafen, bevor ihr Herz in der Nacht aufgehört hat zu schlagen. Unser "Schäfchen", so nannten wir unser liebes Familienmitglied ist nun ein "wahrer Engel" ... im Hundehimmel ... und für immer in unseren Herzen.

Heute zählen 3 Weiße Schäferhunde zu unserer Familie, die unser Haus mit viel Leben und noch mehr Liebe füllen. Den Titel "Wahre Engel" kann man den Rabauken allerdings altersbedingt (!?) noch nicht verleihen. Die drei sind noch sehr jung und haben - wenn kein "Kindermädchen" in der Nähe ist -, nur Blödsinn im Kopf. Über die bisher geleisteten "Missetaten" der "wahren Bengel" könnte man glatt ein Buch schreiben.

Christine Brohl

(Januar 1999)

 

Heidi von Ronanke - im August 1996

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Letzte Änderung:  23.02.2015                    IMPRESSUM

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